Vorsicht bei schnellen Verträgen mit der Krippe

Vorsicht bei schnellen Verträgen mit der Krippe

Warum man Verträge mit der Krippe nicht zu schnell unterschreiben sollte

Zuerst bekamen wir nirgends einen Platz und standen auf unzähligen Wartelisten. Dann eines Tages meldete sich eine Krippe, es sei kurzfristig ein Platz frei geworden, wir könnten sofort den Vertrag unterschreiben und Schnuppertage vereinbaren. Leider hat man uns hierbei sehr getäuscht und wir sind naiv in einen Krippenvertrag gelaufen für den wir drei Monate zahlen mussten ohne ihn zu nutzen.

Aber von Beginn an: 

Voller Euphorie über den endlich freien Platz vereinbarten wir sehr naiv für einen Tag nach dem Telefonat, in dem man uns sagte es sei ein Platz frei, einen Termin zur Vertragsunterzeichnung. Dies war, wie sich im Nachhinein rausstellte, ein großer Fehler. Es war ein freundliches Gespräch in dem man mir das Konzept der Krippe erklärte, welche Aufgaben die Eltern machen müssen, usw. Man vereinbarte drei Termine für Schnuppertage in der folgenden Woche und ließ mich den Krippenvertrag unterschreiben. Da ich hiermit keine Ahnung hatte und dies auch noch nie zuvor gemacht habe wusste ich nicht das es danach kein Zurück mehr gibt und das die Schnuppertage dann auch eigentlich keine Schnuppertage mehr sind. Aber dazu später mehr. Wir hatten also diese drei Schnuppertage und schon am ersten Tag hatte ich ein schlechtes Gefühl. Lina war die jüngste und konnte als einzige noch nicht laufen. Sie wurde ständig umgerannt und überhaupt hat uns niemand richtig begrüßt oder irgendetwas erklärt. Schon am ersten Tag musste ich miterleben wie ein Kind nach dem die Mama weg war Ewigkeiten weinte und nicht zu beruhigen war. Anstatt dieses Kind zu verstehen oder nach einer gewissen Zeit der Mutter vielleicht doch Bescheid zu geben was los ist sagte man dem Kind es wäre halt so, die Mama müsse Geld verdienen, sonst hätten sie nämlich keins! Und nein, das war es noch nicht. Das Kind wollte sich nicht beruhigen und auch nicht frühstücken, weil es eben immer noch nach seiner Mama rief. Als Strafe hierfür schickte man das Kind alleine in die Leseecke, was die Sache natürlich nicht besserte. Gleichzeitig fand das Frühstück statt, bei dem sich jeder selbst sein Essen macht. Der Gedanke an sich die Kinder selbst ihr Essen machen zu lassen mag ja ganz okay sein. Aber sollte man nicht etwas sagen oder machen wenn ein einjähriges Kind auf einem Brot von 2 cm auf 2 cm dicke 3 cm Leberwurst hat?! Und das mehrfach. Dies war unser erster Tag. Ich weinte bereits im Auto und Lina war total verstört. Hätte man mir vorher gesagt, dass sie das einzige Krabbelkind ist und alle anderen wesentlich weiter sind hätte ich ohnehin der Sache nicht zugestimmt. Der zweite Tag war nicht besser als der Erste und als auch am dritten Tag wieder ein Kind ewig seiner Mama nach weinte ohne richtig getröstet zu werden, mein Kind an den Haaren gezogen, ihr der Mund zugehalten wurde, sie geschubst und gestoßen wurde ohne das eine Erzieherin etwas dazu sagte beschloss ich zu gehen. Ich wusste endgültig, dass ich hier mein Kind nicht hinbringen möchte. Sicher kommt es zwischen Kindern zu Reibereien und Lina ist nicht aus Zuckerwatte, aber sie war neu und es interessierte keinen. Zu Hause angekommen rief ich auch direkt in der Krippe an und sagte das wir nicht mehr kommen. Erst dann erfuhr ich, dass unser Recht auf Schnuppertage mit der Vertragsunterzeichnung entfallen ist und das wir entweder Ersatz für unseren Platz finden müssen oder drei Monate die Kosten zu tragen haben! Frecher Weise behauptete man dann noch ich hätte auf eine schnelle Eingewöhnung gedrängt weil ich sagte das ich in 1,5 Monaten wieder arbeiten gehe. Ja, ich bin in 1,5 Monaten nach dem Telefonat mit der Krippe wieder arbeiten gegangen, aber deshalb hätte ich niemals auf eine schnelle Eingewöhnung gedrängt, zumal immer noch Omas zur Verfügung standen falls die Eingewöhnung länger gedauert hätte. Meiner Meinung nach hatte man mich betrogen, aber es gab natürlich kein Zurück von diesem Vertrag und Ersatz für unseren Platz ließ sich auch keiner finden, da nach Aussage der Krippe keine Kinder im passenden Alter von der Warteliste in Frage kamen. Nach langem hin und her und viel Frechheit seitens der Krippe zahlten wir irgendwann entnervt 440 Euro für drei sogenannte Schnuppertage!

Alles in Allem bin ich froh das ich mein Kind aus dieser Krippe „freigekauft“ habe, denn ich hätte keinen Tag mit einem guten Gewissen mein Kind dort abgeben können.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann schreibt sie uns, wir berichten gerne darüber.