Wenn Eltern pflegebedürftig werden: Warum man nicht alles alleine schaffen muss

Irgendwann kommt in vielen Familien der Moment, vor dem man sich lange gefürchtet hat: Die eigenen Eltern brauchen Hilfe im Alltag. Vielleicht erst nur ein bisschen. Sie brauchen zum Beispiel Begleitung zu Arztterminen oder ein wenig Unterstützung im Haushalt. Doch oft wird aus kleinen Hilfen nach und nach immer mehr.

Für viele Kinder ist es selbstverständlich, sich zu kümmern, schließlich haben die Eltern sich früher ja auch um uns gekümmert. Aber damit kann auch eine enorme Belastung einhergehen – und zwar auf beiden Seiten! –, über die oft nicht gern gesprochen wird.

Zwischen Verantwortung und Überforderung

Viele Angehörige versuchen zunächst, die Pflege komplett selbst zu übernehmen. Klar, man möchte den Eltern etwas zurückgeben, sie nicht alleine lassen und ihnen ein würdevolles Leben ermöglichen. Doch mit der Zeit merken viele, wie erschöpft sie werden. Nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Sorgen sind ständige Begleiter und wachsen nur weiter an, je mehr Hilfe benötigt wird. Hat Mama genug gegessen? Schafft sie es, allein zu duschen? Was, wenn Papa stürzt? Die eigenen Bedürfnisse rücken immer weiter nach hinten. Zeit mit dem Partner oder den Kindern bleibt kaum noch übrig und selbst kleine Pausen fühlen sich plötzlich wie Luxus an. Das kann auf Dauer richtig krankmachen. Die dauerhafte Verantwortung hinterlässt Spuren. Es ist total wichtig, sich einzugestehen, dass man nicht alles allein bewältigen muss. Man darf Unterstützung annehmen! Oft ist das sogar für alle das Beste.

Pflege

Auch für Eltern ist professionelle Hilfe oft angenehmer

Was nämlich viele vergessen: Auch für die pflegebedürftigen Eltern selbst ist die Situation oft schwer. Plötzlich Hilfe von den eigenen Kindern anzunehmen, fällt vielen älteren Menschen unglaublich schwer. Die Rollen verändern sich und genau das ist oft mit Scham verbunden. Manche haben das Gefühl, zur Last zu fallen oder ihren Kindern zu viel zuzumuten. Gerade bei sehr persönlichen Dingen wie Körperpflege oder Hilfe beim Toilettengang empfinden viele ältere Menschen professionelle Pflegekräfte deshalb sogar als angenehmer. Für sie gehört diese Arbeit schlichtweg zum Beruf und sie gehen deshalb in der Regel sehr routiniert und respektvoll mit solchen Situationen um. Die Zeit mit der Familie kann außerdem auf sehr viel schönere Arten miteinander verbracht werden, wenn die Pflege von jemand anderem übernommen wird. Denn so bleibt zum Beispiel Zeit für nette Gespräche bei Kaffee und Kuchen oder eine Partie Rommé. Statt nur zu funktionieren, kann man wieder Tochter oder Sohn sein.

Pflege, Alter

Ambulante Pflege

Viele Senioren möchten gern so lange wie möglich in ihrem vertrauten Zuhause bleiben. Ambulante Pflegedienste machen das möglich! Die Fachkräfte kommen regelmäßig vorbei und helfen beispielsweise beim Waschen und Anziehen, kontrollieren wichtige Gesundheitswerte, verabreichen Medikamente und können auch Aufgaben im Haushalt übernehmen. Wer sich genauer informieren möchte, kann sich zunächst bei einer Pflegeberatung oder direkt bei einem ambulanten Pflegedienst wie zum Beispiel der Pflegeagentur 24 in Essen beraten lassen. Dort erfährt man, welche Möglichkeiten es gibt, welche Leistungen übernommen werden können und welche Unterstützung im individuellen Fall sinnvoll ist. Oft reicht schon eine kleine Entlastung im Alltag, damit wieder mehr Ruhe in die ganze Familiensituation kommt und es allen bessergeht. Und nochmal, weil es so wichtig ist: Sich Unterstützung zu holen bedeutet nicht, dass man sich weniger kümmert! Es bedeutet nur, dass man verantwortungsvoll mit den eigenen Kräften umgeht.