Wimpern in der Schwangerschaft und danach: Ausfall, Verlängerung & Färben
Verändern sich Wimpern in der Schwangerschaft oder nach der Geburt, liegt die Vermutung „Hormone“ nahe. Tatsächlich ist verstärktes Haarausfallen nach der Geburt häufig – medizinisch wird dabei oft von einem telogenen Effluvium gesprochen. Typischerweise betrifft das vor allem die Kopfhaare. Deutlich dünner werdende Wimpern oder kahle Stellen sollten deshalb nicht automatisch als normale Schwangerschaftsfolge abgetan werden.
In diesem Artikel geht es darum, was hinter Wimpernverlust stecken kann, was bei Wimpernverlängerung und Wimpernfärben in der Schwangerschaft zu beachten ist und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Wimpern nach der Schwangerschaft: Geduld ist oft wichtiger als ein Serum
Nach der Geburt kann es durch den Abfall des Östrogenspiegels zu verstärktem Haarverlust kommen. Die American Academy of Dermatology beschreibt diesen postpartalen Haarausfall als vorübergehend; häufig ist er einige Monate nach der Geburt am stärksten und normalisiert sich im Laufe der folgenden Monate wieder.
Für Wimpern gilt: Nicht jedes Ausdünnen braucht automatisch ein Wimpernserum. Die Inhaltsstoffe solcher Produkte unterscheiden sich stark und nicht für jeden Wirkstoff liegen gute Daten für Schwangerschaft und Stillzeit vor. Wer in dieser Zeit ein Serum verwenden möchte, sollte die Inhaltsstoffe prüfen und bei Unsicherheit Hebamme, Arzt oder Apotheke fragen.
Mehr zum typischen Haarausfall nach der Geburt erklärt die American Academy of Dermatology.

Wimpern fallen in der Schwangerschaft aus – ist das normal?
Einzelne ausgefallene Wimpern sind normal. Wenn jedoch plötzlich deutlich mehr Wimpern ausfallen, kahle Stellen entstehen oder zusätzlich Juckreiz, Rötung, Schuppen oder Veränderungen an den Augenbrauen auftreten, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Mögliche Auslöser reichen von Reizungen und Lidrandentzündungen über Hauterkrankungen bis zu Schilddrüsenproblemen, bestimmten Medikamenten oder mechanischer Belastung durch Extensions und häufiges Reiben. Schwangerschaft allein erklärt einen ausgeprägten Wimpernverlust deshalb nicht sicher.
Mögliche Ursachen für Wimpernverlust
- Lidrandentzündungen oder andere Erkrankungen rund um das Auge
- allergische Reaktionen auf Kosmetik, Kleber oder Lash-Lift-Produkte
- mechanische Belastung durch Reiben, Ziehen oder schwere Extensions
- Schilddrüsenerkrankungen oder andere hormonelle Ursachen
- bestimmte Medikamente oder medizinische Behandlungen
Die Cleveland Clinic weist darauf hin, dass sowohl chemische Behandlungen als auch Wimpernkleber und Zug durch künstliche Wimpern die natürlichen Wimpern reizen oder schädigen können.
Wimpernverlängerung in der Schwangerschaft: Was ist zu beachten?
Für Wimpernverlängerungen gibt es nur wenig belastbare Forschung speziell bei Schwangeren. Deshalb lässt sich nicht seriös pauschal sagen, dass Extensions in der Schwangerschaft „sicher“ oder „gefährlich“ sind. Bekannt sind aber allgemeine Risiken: Kleber kann allergische Reaktionen auslösen, die Augen reizen und bei schlechter Hygiene das Risiko für Entzündungen erhöhen.
Die American Academy of Ophthalmology nennt unter anderem Reizungen, Infektionen, allergische Reaktionen auf Kleber und den möglichen Verlust eigener Wimpern durch Zugbelastung. Wer schwanger ist und Extensions möchte, sollte deshalb besonders auf ein hygienisches Studio, transparente Inhaltsstoffe und Erfahrung des Studios achten. Bei bereits empfindlichen Augen, Allergien oder Lidrandentzündungen ist Zurückhaltung sinnvoll.
Mehr zu den allgemeinen Risiken erklärt die American Academy of Ophthalmology.
Wimpern färben in der Schwangerschaft
Für Haarfarben schreibt der NHS, dass die verfügbaren Daten insgesamt kein erhöhtes Risiko bei üblicher Anwendung zeigen. Diese Aussage lässt sich jedoch nicht automatisch auf Wimpernfarbe direkt am Auge übertragen. Dort kommen zusätzlich die empfindliche Augenpartie und das Risiko einer lokalen Reizung oder allergischen Reaktion hinzu.
Wenn du deine Wimpern in der Schwangerschaft färben lassen möchtest, sollte das Produkt ausdrücklich für Wimpern vorgesehen sein und nach Herstellerangaben angewendet werden. Bei Unsicherheit ist es sinnvoll, vorab Hebamme, Arzt oder Apotheke zu fragen. Eine normale Haarfarbe gehört nicht an die Wimpern.
Lash Lifting in der Schwangerschaft
Auch beim Lash Lifting fehlen gute Schwangerschaftsdaten. Unabhängig von einer Schwangerschaft können die eingesetzten Chemikalien Haut und Augen reizen. Die Cleveland Clinic weist außerdem auf mögliche allergische Reaktionen und Überbehandlung der Wimpern hin. Wer ohnehin empfindlich reagiert, sollte chemische Behandlungen rund um das Auge besonders kritisch abwägen.
Was kann man bei dünner werdenden Wimpern selbst tun?
- Augen nicht unnötig reiben oder an Extensions ziehen.
- Mascara und Augen-Make-up sanft entfernen.
- Bei gereizten Lidern vorübergehend auf neue Kosmetikprodukte verzichten.
- Bei Wimpernseren die Inhaltsstoffe prüfen und in Schwangerschaft oder Stillzeit im Zweifel fachlich nachfragen.
- Auf ausgewogene Ernährung achten; Nahrungsergänzungsmittel nicht allein wegen der Wimpern ohne ärztliche Empfehlung einnehmen.
Wann sollte Wimpernverlust ärztlich abgeklärt werden?
Eine Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn Wimpern plötzlich stark ausfallen, kahle Stellen entstehen, gleichzeitig Augenbrauen oder Kopfhaare betroffen sind oder Rötung, Schmerzen, Schwellung, Juckreiz oder Schuppen am Lid hinzukommen. Dann können Hautarzt, Augenarzt oder Hausarzt nach der Ursache suchen.
Häufige Fragen zu Wimpern und Schwangerschaft
Können Wimpern nach der Schwangerschaft ausfallen?
Nach der Geburt ist hormonbedingtes verstärktes Haar-Shedding häufig. Bei ausgeprägtem Wimpernverlust sollte trotzdem geprüft werden, ob zusätzlich eine andere Ursache vorliegt.
Darf man in der Schwangerschaft Wimpernverlängerungen machen lassen?
Es gibt dafür keine gute Datenlage speziell bei Schwangeren. Allgemeine Risiken von Extensions sind unter anderem Reizung, Allergie, Infektion und Zugschäden an den eigenen Wimpern. Wer unsicher ist, sollte die Behandlung verschieben oder vorher medizinisch nachfragen.
Darf man Wimpern in der Schwangerschaft färben?
Die Daten zu Haarfarben lassen sich nicht 1:1 auf Wimpernfarbe übertragen. Entscheidend sind ein dafür zugelassenes Produkt, korrekte Anwendung und das Vermeiden von Kontakt mit dem Auge.
Mehr allgemeine Informationen rund um die Schwangerschaft findest du auch in unserem Schwangerschaftskalender.
Ich wünsche Euch eine tolle Woche, mit wundervollen Augenblicken 😉