Hilfe! Nach einer Wurzelbehandlung kommen die Schmerzen (wieder)!

Hilfe! Nach einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt kommen die Schmerzen (wieder)!

Du hast eine Wurzelbehandlung hinter dir und denkst, jetzt sei alles gut. Aber wenn du dann zu Hause bist, tut es doch wieder weh, vielleicht nur wenig, vielleicht auch stärker. Was ist da bloß los?

Nach Wurzelbehandlungen kommen Zahnschmerzen durchaus häufiger vor. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Als normale Behandlungsfolgen sind Schmerzen nach einem Eingriff in den empfindlichen Bereich der Zahnwurzel tatsächlich nicht selten. Diese klingen jedoch in vielen Fällen nach kurzer Zeit wieder ab, wenn das Gewebe sich beruhigt hat. Vergehen die Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung jedoch nicht nach wenigen Tagen, solltest du unbedingt deinen Zahnarzt aufsuchen.

Gründliche Untersuchung schafft Klarheit

Treten die Schmerzen nach einer Zahnwurzelbehandlung unmittelbar nach dem Eingriff auf, können leichte Schmerzmittel meist Abhilfe schaffen. Solche Mittel solltest du jedoch nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen. Ob die Beschwerden vorübergehender Natur sind, sieht man dem behandelten Zahn normalerweise nicht an. Im Bereich der Zahnwurzel können nämlich auch verbliebene Entzündungsherde für die Schmerzen verantwortlich sind. Auch erst nach Wochen oder Monaten können nach einer Wurzelbehandlung noch Schmerzen auftreten. Nur der Zahnarzt kann hier mit einer gründlichen Untersuchung anhand seiner Diagnoseerfahrung für Klarheit sorgen.

Wurzelbehandlung

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Die verbliebenen Erreger im Wurzelkanal

Meistens ist die Durchführung einer Wurzelbehandlung nötig, um eine Entzündung des Zahnnervs, in der Fachsprache Pulpa genannt, zu beheben. Es kann aber vorkommen, dass es nicht gelingt, die für die Entzündung verantwortlichen Erreger bei der Behandlung der Wurzel vollständig zu entfernen. In diesen Fällen reizen die Stoffwechselprodukte der Bakterien dann weiter die Gewebe und lösen damit die Schmerzen nach der Wurzelbehandlung aus. Um diese Beschwerden loszuwerden, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die Revision nach einer gescheiterten Wurzelbehandlung

Trotz der normalerweise sehr guten Erfolge bei Wurzelbehandlungen kann es zur erneuten Entzündung kommen. In diesem Fall ist eine Revisionsbehandlung das probate Mittel. Durch diese Revision kann der Zahn meistens gerettet werden. Nötig wird eine Revision, wenn der Zahn sich durch starke und immer wiederkehrende dumpfe Schmerzen bemerkbar macht, verbunden von einer neuen Entzündung. In seltenen Fällen können Revisionen aber auch ohne Beschwerden angezeigt sein. Das ist dann der Fall, wenn bei der Nachkontrolle am Röntgenbild an der Wurzelspitze ein dunkler Punkt auf eine Entzündung hinweist.

Die Durchführung einer Revision

Die alte Wurzelfüllung wird bei einer erneuten Entzündung des Wurzelkanals vollständig entfernt. Zusätzlich wird das komplette Kanalsystem einer gründlichen Reinigung unterzogen. Allfällig übersehene Kanäle werden ebenso in die Reinigung miteinbezogen. Füllung und Verschluss erfolgt danach wie bei der ersten Wurzelbehandlung. Da bei Revisionsbehandlungen die alte Wurzelfüllung und Restgewebe entfernt werden müssen, ist diese zeitaufwändiger und komplizierter als die primäre Wurzelbehandlung. Sobald die Entzündung erkennbar abgeklungen ist, wird der behandelte Zahn mit einem Zahnersatz versorgt.

Bei einer Wurzelkanalrevision liegen die Erfolgschancen bei durchschnittlich bei 60 – 85 %. Die individuelle Erfolgsquote deiner Wurzelkanalbehandlung wird bei einer ersten Untersuchung abgeschätzt. Danach entscheidest du gemeinsam mit deinem Zahnarzt über die am meisten Erfolg versprechende Behandlungsmöglichkeit.

Die Wurzelspitzenresektion

Um Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung zu beheben, bietet eine Wurzelspitzenresektion eine weitere Möglichkeit. Der Begriff Resektion stammt aus dem Lateinischen und bedeutet abtrennen. Eine Resektion kommt zur Anwendung, wenn die Wurzelspitze selbst entzündet ist. Mit einer üblichen Wurzelkanalbehandlung lässt sich eine entzündete Wurzelspitze nämlich nicht therapieren. Als letzte Möglichkeit zur Rettung des Zahns steht dann nur noch die Wurzelspitzenresektion zur Verfügung. Die Wurzelspitze sitzt tief im Kiefer. Um sie erreichen zu können, muss der Zugang über den Kieferknochen gewählt werden. Ist dann die befallene Wurzelspitze entfernt, muss noch die Wurzel geglättet werden. Im Anschluss daran muss dein Zahnarzt noch für den dichten Verschluss des betroffenen Wurzelkanals sorgen. Bei dieser komplexen Behandlung unterstützt ihn ein hochauflösendes Operationsmikroskop. Mit diesem besonderen Verfahren können Zahnschmerzen nach Wurzelbehandlungen sehr häufig eingedämmt werden.

Wurzelbehandlungen vermeiden

Am besten sollte eine Wurzelbehandlung gar nicht erst notwendig werden. Dabei ist die richtige Zahnpflege der erste Schritt zur frühzeitigen Vorbeugung. Mit ihr kannst du das allgemeine Karies Risiko wirksam senken, was wiederum Wurzelbehandlungen vermeiden kann. Eine ausgewogene Ernährung ist ein weiterer Faktor. Dazu gehört viel Obst und Gemüse. Süßigkeiten und Getränke wie Limonade und Fruchtsäfte sollten vermieden werden. Zu guter Letzt solltest du natürlich die regelmäßigen Kontrollbesuche beim Zahnarzt einhalten, am besten zweimal jährlich. So stehen die Chancen gut, ohne Zahnschmerzen und Wurzelbehandlungen durchs Leben zu gehen und deine Zähne lange gesund zu halten.