Mülltrennung im Haushalt.

Mülltrennung im Haushalt.

In den letzten Jahren entbrannten in der Politik heftige Debatten um eine adäquate Umsetzung des Klima- und Umweltschutzes. Die Leitfrage ist ein bestimmender Faktor in kommenden Wahlen und wird in den nächsten Jahren weiterhin für Aufsehen sorgen. Leider verlassen sich viele Bürger zu sehr auf das Handeln der Politik, dabei fängt Klimaschutz schon zuhause bei der Mülltrennung an.

Industriestaaten produzieren zu viel Müll

Alleine in Deutschland fallen jährlich knapp 630 Kilogramm Müll pro Kopf an. Ungefähr ein Drittel davon machen Verpackungen aus. Mit diesem Wert übersteigt Deutschland den Durchschnittswert in Europa, der bei 480 Kilogramm pro Person liegt. Insgesamt kommen so jährlich 420 Millionen Tonnen Müll alleine in Deutschland zusammen. Rund die Hälfte davon entfallen auf Abfälle aus dem Baugewerbe. Ein weiterer größerer Anteil entstammt der Industrie und der Produktion. Abfälle in Haushalten und Verpackungen machen insgesamt 13 Prozent des gesamten Mülls aus. Leider werden nur 80 Prozent dieser Abfälle hierzulande energetisch verwertet, sprich recycelt oder zur Energiegewinnung verbrannt.

Mülltrennung

Ohne ein optimales System zur Müllverwertung ist die Aufrechterhaltung einer gesunden Flora und Fauna nicht möglich. Dies wird vor allem bei Plastikstoffen zum Problem, da diese aus Erdgas und Erdöl synthetisiert werden. Derartige Stoffe werden in der Natur nur langsam abgebaut. Gefährlich für die Tierwelt und letztlich auch für den Menschen ist das dabei entstehende Mikroplastik. Diese feinen Partikel lassen sich heutzutage in Kosmetika, im Grundwasser und in diversen Lebensmitteln nachweisen und gesundheitliche Schäden verursachen.

Darum ist Mülltrennung so wichtig

Damit weggeworfene Stoffe nicht in die Umwelt geraten, müssen diese richtig entsorgt und wiederverwertet werden. Fast alle Stoffe lassen sich wiederverwerten, sodass nur wenige Ressourcen für die Herstellung verschwendet werden. Dies spart nicht nur natürliche Ressourcen, sondern auch Energie und schont damit die Natur und Umwelt. Für die Herstellung von nur einem Kilogramm Polypropylen werden fünf Kilogramm Rohstoffe benötigt. Während des Herstellungsprozesses werden knapp zwei Kilogramm Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Werden zur Herstellung von einem Kilogramm Polypropylen recycelte Stoffe herangezogen, entsteht nur knapp ein Kilogramm Kohlenstoffdioxid.

Alleine durch das Recycling von Verpackungen lässt sich in Deutschland die Entstehung von jährlich ungefähr 1,7 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid vermeiden. Recycling ist allerdings nur durch eine korrekte Mülltrennung möglich. Falsch entsorgte Stoffe können nicht verwertet werden und landen beim Restmüll in der Verbrennung. Kunststoffe stehen besonders in der Kritik, da nur knapp 50 Prozent recycelt werden. Bei Aluminium, Glas und Papier liegt die Quote immerhin bei durchschnittlich 88 Prozent.

Auch Kindern kann man die Mülltrennung bei der Hilfe im Haushalt schon früh erklären und spielerisch näher bringen. Je nach Alter gibt es hier verschiedene Aufgaben bei denen die Kids helfen können.

Mülltrennung

Ohne Mülltrennung kein Recycling

Klimaschutz fängt beim Verbraucher an. Eine Entsorgung von Kunststoffen gemeinsam im Restmüll ist wenig zielführend, da eine nachträgliche Mülltrennung praktisch nur schwer umsetzbar ist und hohe Kosten verursachen würde. Sinnvoller ist die Mülltrennung schon im Haushalt. In Deutschland sind Bürger aufgrund des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zur korrekten Mülltrennung verpflichtet. Zuwiderhandlungen können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. Je nach Bundesland werden bis zu 2.500 Euro fällig. Außerdem ist die Müllabfuhr nicht zur Leerung der großen Mülltonnen verpflichtet, wenn der Müll nicht ordentlich getrennt wurde.

Welcher Müll gehört in welche Tonne?

In Deutschland nutzen die meisten Kommunen folgende Farben:

  • Gelbe Tonne: In die Wertstofftonne gehören Verpackungen aus Kunststoff, Weißblech, Aluminium, Styropor und Gläserdeckel.
  • Blaue Tonne: Papier, Pappe, Karton, Briefumschläge, Magazine, Zeitungen und Altpapier gehören in die Papiertonne.
  • Braune Tonne: In den Biomüll gehören sämtliche biologisch verwertbare Stoffe wie Küchenabfälle und Gartenabfälle.
  • Schwarze Tonne (graue Tonne): Alle weiteren Stoffe wie Gummi, Fotos oder nicht eindeutig trennbare Stoffe gehören in den Restmüll.

Die vorgenannte Farbsortierung ist jedoch nicht bindend und kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Besonders häufig weichen die Papier- und Biotonnen ab und werden auch in grün ausgeliefert.

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